Der gefährliche Gürtel

Der gefährliche Gürtel 

[Es war einmal eine glückliche Königsfamilie, die in einem großen Schloss in einem wunderschönen Park lebte. Der König, die Königin sowie der Prinz und die Prinzessin waren im Volk beliebt, da der König seinen Reichtum mit dem armen Volk teilte und darauf achtete, dass jeder eine Arbeit hatte und einen fairen Lohn bezahlt bekam.

In einem angrenzenden Wald lebte jedoch eine böse Hexe, die gerne ebenso beliebt gewesen wäre wie die Königsfamilie. Daher verkleidete sie sich eines Tages als fahrende Händlerin und verkaufte dem König einen ledernen Gürtel. Diesen jedoch hatte die böse Hexe verzaubert. Als der König den Gürtel am nächsten Morgen anzog, freute er sich zuerst über diesen schönen Gegenstand.]

Doch ein paar Minuter später ... „ Klock, klock, klock!“, war der König verschwunden. Als er die Augen ein paar Stunden später öffnete, stand er nicht mehr vor seinem Spiegel, sondern lag auf einem alten, fast zusammenbrechenden Bett. Doch als er aufstand, erschrak er! Die Hexe stand vor ihm! Aber er merkte es erst, als sie schimpfte: „Leg dich gefälligst auf das Sofa!“ Doch als er sich legte, begann das Sofa zu vibrieren und es schnellten von rechts und links dicke Taue, die ihn umfassten, herbei. Der König rief: „Lassen Sie mich frei!“ Die Hexe antwortete schnippisch: „Das hättest du wohl gern!“ „Ja!“, wisperte der König mit hoch gezogenen Augen. Die Hexe hatte nur darauf gewartet und streute ihm eine ganze Dose Pfeffer in die Augen. „Autsch!“, rief er mit kläglicher Stimme und schüttelte den Kopf. Plötzlich fiel er in einen tiefen Schlaf. Die Hexe ging fort, um ein paar Kräuter, Gewürze, Froschspuke, Spinnenbeine und tote Fliegen zu besorgen. Als sie sehr tief im Wald stand, fluchte sie vor sich hin: „ Mist, Mist, Mist. Ich habe mein Buch zuhause vergessen! Aber ohne das Buch werde ich es auch finden!“ Sie lief weiter des Weges. Als sie einen Zwirbelwurz einige Meter weit im Wald erblickte, sprang sie zu ihm und pflückte ihn. Dann murmelte sie geheimnisvoll: „ Mit dir wird es stärker!“ Danach lief sie wieder zu ihrem windschiefen Häuschen und suchte ihr Buch mit der Aufschrift „geheime Gebräue“. In ihrem Buch schlug sie die Seite 11113 auf und las: „Nehmen sie die Kräuter und ...

... Als der Saft fertig, schon abgekühlt auf dem Tisch stand und darauf wartete in Flaschen abgefüllt zu werden, wachte der König auf. Die Hexe fragte ihn, ob er gut geschlafen hätte und tauchte ein Glas in die Flüssigkeit. Sie reichte es dem König. Er trank und augenblicklich wurde er zu einem Dibeldie. (Ein Rabenkörper mit Löwenfüßen, Hufen wie von Pferden, einem Entenhals, mit Fledermausflügeln, einer Delfinflosse, einem feuerspeienden Drachenkopf, mit Ohren wie ein Lux und Augen wie ein Adler). Mit riesigen Augen fluchte die Hexe: „ Verflixt und zugenäht! Den Zauber wollte ich für mich behalten! Hmmmm, naja, erst bringe ich den Krattler in mein schön verspinnwebtes, kaltes Mäuse- und Rattenzuhause!“ „Rrrrr“, knurrte der Dibeldie. „Jajaja, du kommst schon zu deinen Mäusen!“, rief die Hexe grausam lachend. Der Dibeldie machte einen Schritt rückwärts und fiel immer tiefer ...

... nach einigen Minuten stand der Dibeldie wieder im Erdgeschoss. Die Hexe sah ihn verwundert an und wieder: sie schüttete dem Tiermischmasch eine Dose Pfeffer in die Augen. Das Tier schüttelte heftig den Kopf und fiel in einen tiefen Schlaf. „Du bist erledigt Tier!“, schrie die Hexe und ging. Sie verkleidete sich als Postfrau und lief zum Königreich, überbrachte einen Brief und ging wieder nach Hause. Im Schloss öffnete die Königin gerade den Brief und las:

Liebe Königin,

als ich im Wald am Hexenhäuschen vorbeilief, sah ich durch ein Fenster Ihren Mann, der sich gerade in einen Dibeldie verwandelte. Ich konnte aber nicht das Geringste über diesen Zauber herausfinden. Infos finden Sie beim Zauberer.

Ihre Kräuterfrau

Nachdenklich ließ sie den Brief sinken. Plötzlich hatte sie eine zündende Idee. Sofort rief sie ihren Schimmel Flocke herbei und ritt zum Zauberer.

Als sie ankam, erwartete sie der Zauberer schon mit Freude und rief: „ Ich habe die Nachricht von der Kräuterfrau bereits bekommen!“ Doch dann wurde er ernst und sah sie an. Mit ernster Stimme sagte er: „Dibeldie sind unberechenbar. Schon gar, wenn sie von Hexen gemacht worden sind!“ Die Königin sah den Zauberer erschrocken an und wisperte: „ Also ist es schwer ihn zurück zu hexen?“ „Ja! Es ist so schwer, dass sogar die erfahrensten Zauberer es nicht schaffen!“ „Aber haben Sie denn kein Rückzauberbuch in dem alles steht?“ „Doch, aber es liegt auf dem Dachboden und enthält nur Sprüche, die Sinn machen!“ Die Königin unterbrach ihn und rief: „Aber es macht doch Sinn!“ „Na gut“, gab der Zauberer nach „dann holen wir es!“ „Danke, Danke, Danke!“, jubelte die Königin.

Geschlagene drei Stunden später saßen die Königin und der Zauberer auf dem Stuhl in der Küche des Zauberers. „Na los, frag, ob wir dürfen!“, forderte der Zauberer die Königin auf. „Ok!“, flüsterte die Königin. Sie fragte; „Hast du einen Zauber um einen Dibeldie zurück in einen Menschen zu verwandeln?“ Das Buch antwortete: „Ja, hier, du kannst ihn haben! Schlage dazu Seite 113 auf!“

Nach zwei Stunden waren alle des Dorfes benachrichtigt und der Trank fertig. Die Karawane zog durch den Wald und kam schon bald darauf bei der Hexe an. „Uhiii, uhiii!“, pfiff der Zauberer und lockte den Dibeldie aus dem Hexenhäuschen weg. Die anderen nahmen die Hexe in ihrem eigenen Verließ gefangen. Der Zauberer unterdessen hatte es geschafft den Dibeldie wieder in einen König zu verwandeln.

Nach diesem Erlebnis feierten das Dorf, Zauberer und Wachen ein großes Fest. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. 

 

von Laura (4d)